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Soziale Sprache

Kommunikation mit einem Tier und von Tieren untereinander ist ein frei schwebendes System (free floating system). Der Mensch muss lernen, darauf zu vertrauen, dass dieses System auch trägt. Er muss lernen, den Schritt in dieses System zu machen und beginnen, sich darin zu bewegen. Es genügt dabei, authentisch zu sein und das System wird ihn halten und tragen.
Versucht der Mensch in dieser Situation auf einzelne kausale Stränge zu treten, wird er merken, dass kein einzelner Strang ihn hält, es ist nur die Gemeinschaft aller Stränge, die das schafft. Wer also kognitiv, verkopft und unauthentisch versucht in einem solchen System zurechtzukommen, wird zwangsläufig scheitern und „durchfallen“ im wahrsten Sinne des Wortes.

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In der Praxis heißt das: Sie müssen jeden Parameter, den Sie unter der Rubrik „Soziale Sprache“ finden, ununterbrochen und gleichwertig in Ihr Leben aufnehmen, ähnlich einem Fahrradreifen. Jede einzelne Speiche gilt es unter gleichmäßiger Spannung zu halten. Sie müssen permanent alle Speichen gleich angezogen haben. Ist auch nur bei einer Speiche die Spannung verändert, zu weich oder zu hart, eiert das komplette Fahrrad.

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In der Realität heißt es aber noch etwas:
Soziale Sprache ist eine intuitive, eine emotionale Sprache. Es geht um Respekt und es geht um Vertrauen. Es geht um Intuitivsysteme, die immer komplett und perfekt sein müssen. In Intuitivsystemen darf es nie einen Haarriss geben. Es darf keinen Fleck geben, keine Zweifel. Ein Haarriss in Liebe heißt: Keine Liebe.
Ein winziger Zweifel an Vertrauen heißt: kein Vertrauen.
Wir müssen selbst Vertrauen haben,  Vertrauen in uns und in den anderen, um mit Tieren WIRKLICH zu kommunizieren.
Ein guter Freund von mir hat einmal gesagt: was du deinem Hund nicht gibst, kannst du von ihm nicht verlangen. So ist es. Es ist nicht materiell gemeint, du nimmst den Knochen an dich, wenn du willst, aber das Vertrauen das musst du immer bereit sein zu schenken und immer bereit sein es einzufordern.

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Dein Tier wird dich, deine Aufrichtigkeit und den Ernst deines Ansinnens in seiner Welt prüfen. Es hat Wächter an den Toren zu seiner Ebene installiert. Diese Wächter sind unbestechlich. Nichts, was dich in der Welt der Menschen als gut oder wichtig erscheinen lässt, beeindruckt sie nur im geringsten. Du musst dich klein machen, die Tore sind klein. Du musst nackt sein und dich ganz ausliefern, in ihrer Welt gibt es keine Kleider, keine Äußerlichkeiten.

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Lässt du dich ganz ein, lässt du ich auf ihre Regeln ein, akzeptierst du, dass du nur ein Tier unter Tieren bist. Dann darfst du durch die Tore gehen. Alles andere lässt dich außen vor. Nichts, kein Jammern und kein Wüten, keine Manipulation und keine Bestechung wird die Wächter erweichen. Jede Spezie hat ihre Rituale, um neue Mitglieder in ihre Gesellschaft aufzunehmen. Der Mechanismus ist der immer gleiche. Du musst die Distanz akzeptieren, dich ganz in ihre Gesetze fügen. Dann bist du herzlich willkommen und dann kannst du sozial sprechen, Dir wird jede Frage beantwortet und jede Bitte erfüllt werden. Geschenkt bekommst du aber nichts.
Für mich als Pädagoge ein Faszinosum. Die Wächter der Tiere sagen mir, wie es um euer Inneres bestellt ist. Ich würde niemals EUCH fragen, wie es euch geht, ihr wisst es oft selbst nicht. Als kleiner Wolf frage ich euren Wolf. Dessen Wächter beantworten meine Fragen.

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Stellt euch vor, was für ein Mensch ihr sein werdet, wenn die Wächter euch Einlass gewähren.
Denkt daran, welche soziale Kompetenz in der Menschenwelt das zur Folge hat und fragt euch noch einmal, ob es das wert ist, einen derart steinigen Weg mit eurem Tier zu gehen, euch hinterfragen zu lassen und euch an jede Grenze, die ihr habt, bringen zu lassen. Wer mit einem Hund in dessen Welt klar kommt, hat kein Problem das gleiche in anderen sozialen Gemeinschaften zu tun.